Ich bin

Mein erster Held war Jim Knopf. Ich werde nie vergessen, wie Michael Ende die silbern glitzernde Straße beschrieb, die das Mondlicht auf das Meer malte. In dieser Welt konnte ich verschwinden, wenn meine zu düster war. Es sollte noch dauern, aber ich wurde

Schriftstellerin

Ich war Model. Ein Fotograf stellte mir einen Sänger vor. Lässiger Typ, der verrückte Texte schrieb und sie zur Musik nuschelte, als wären sie ihm gerade eingefallen. Wir drehten zehn Runden mit dem Alsterdampfer, er stellte Fragen, ich sagte etwas dazu, ein Text war geboren und ich infiziert. Das mache ich mit Udo Lindenberg noch heute! Ich wurde

Songtexterin

Ich wollte Musik machen. Jede freie Minute und jeden freien Cent steckte ich in Demos, die ich mit irgendwelchen Musikern in irgendwelchen Kellern aufnahm. Doch ich brauchte einen Job. Ich marschierte durch die Tür bei Radio Xanadu. „Wer ist hier der Chef?“ Ich wurde

Moderatorin

Mein Weg

„Wer bin ich und warum so viele?“

Ich wurde an einem Hochsommertag vormittags in der Nähe von Hamburg geboren. (Für alle Frauen, die dies lesen: im Sternzeichen „Krebs“!) und bin seitdem ein leidenschaftlicher Langschläfer. Die Schule war ein sehr unwesentlicher, um nicht zu sagen, lästiger Bestandteil meines Lebens. Meine Hauptbeschäftigung war das Lesen, immer und überall. Bücher waren meine Tore in andere Welten. Und das allerschönste: diese Reisen konnte niemand aufhalten!

Und eine große Liebe begann, die für immer sein sollte: die zur Musik! Auf den Pumps meiner Tanten sang ich in den Salzstreuer. Die Oma war begeistert, die Eltern nicht. Das ständige: „Jetzt sei doch mal still!“ führte zu einem unbändigen Drang, sich auszudrücken.

Mein Deutschlehrer bekam Nervenkrisen, weil meine Aufsätze den Umfang von „Krieg und Frieden“ annahmen, und mein Bio-Lehrer prophezeite mir eine Zukunft im Rotlicht-Millieu, als ich aus Plastikteilchen lieber nackte Männchen baute als eine DNS. Ich wollte schon immer lieber Neues erschaffen, als Altes nachzubauen.

Viel wichtiger war jedoch, dass ich ein abschließbares Tagebuch bekam, das mit einer epischen Beschreibung vom ersten Kuss – feucht und relativ emotionslos verabreicht durch Dieter Jankowitz – würdig eingeweiht wurde. Dieter Jankowitz musste bald anderen Küssern weichen, die Leidenschaft für das Schreiben aber ist geblieben!

Den durchaus berechtigten Wunsch meiner Eltern, es möge etwas Anständiges aus mir werden, z.B. Herzchirurgin oder Nobelpreisträgerin, oder wenigstens Gattin eines Herzchirurgen, konnte ich erfolgreich vereiteln. Es folgte ein Schein auf dem stand „Abitur“. Bei der Überreichung habe ich ihn zum letzten Mal gesehen! Am nächsten Tag saß ich in meinem orangenen VW Käfer auf dem Weg nach Griechenland. Das Leben rief nach mir. Der Tankwart wettete um eine Kiste Sekt, dass ich das mit diesem Auto nicht schaffen würde. Er hat verloren.

Setz die Segel, da draußen warten Deine Träume!

Die wichtigste Erfahrung meiner Kindheit war mein erster Kinobesuch. Ich war so gefesselt, dass ich ver- gaß zu atmen. Und danach, sehr unüblich für mich, konnte ich auch erst einmal nicht mehr sprechen. Ich war überwältigt. Und in meinem Herzen breitete sich mit großer Kraft ein Wunsch aus: Das möchte ich auch! Menschen so berühren, dass sie weinen und lachen und ihre Herzen spüren. Diese Sehnsucht wecken nach Leben, nach lebendig sein!

Ich habe mir dann oft gewünscht, dass mein Weg geradliniger wäre, denn die Vielseitigkeit macht einen manchmal atemlos. Doch mittlerweile liebe ich das Bunte, Lebendige und Überraschende, das damit einhergeht und folge einfach meinem Stern.

Viele unterschiedliche Aufgaben hat mir das Leben in die Hände gelegt, jedoch die große Klammer war immer das Wort. Dieses magische Instrument, mit dem man Welten erschaffen kann, trösten, berühren, verstören, inspirieren, amüsieren, und Menschen zum Weinen und Lachen bringen. Und das, was mich am meisten bewegt: Herzen öffnen! Der richtige Satz zum richtigen Zeitpunkt kann Dein Leben verändern, ich habe es erlebt!

Wenn das Leben eine Reise ist, dann bin ich Vielflieger. Neugierig und ruhelos, weil ich immer wieder unbedingt um die nächste Kurve schauen möchte. Weil ich alles sehen, fühlen, schmecken und wissen möchte. Ich bin süchtig nach Leben. Sehn – süchtig!
Das Leben will mich so und ich will das Leben so!

Dies ist meine Vita, doch ich kann sie nicht abschließen, ohne meinen Lieblingsdichter, meinen Helden der Poesie, sprechen zu lassen. Der Mensch, auf den ich mich unendlich freue, ihm im Himmel zu begegnen! Hätte ich den „Panther“ geschrieben, ich würde mich auf der Stelle zum Sterben niederlegen. Lieber Rainer Maria Rilke, DANKE!

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen
die sich über die Dinge zieh’n
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen aber versuchen will ich ihn
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm
und ich kreise jahrtausendelang
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang

b